Sonntag, 27. Mai 2012

Mein liebster Käsekuchen im Mai - natürlich mit Rhabarber



Alice, die Hüterin des kulinarischen Wunderlandes, hat zum Blogevent "Der perfekte Käsekuchen" aufgerufen.

Erst hatte ich ja überhaupt keine Lust, gerade jetzt, wo es so warm ist, Käsekuchen zu backen. Gut, das Event geht ja noch bis zum 30. Juni 2012, und kühle, oder regnerische Tage würde es bis dahin auch geben, aber irgendwie war mir bis heute nicht danach, obwohl ich Käsekuchen seeeehr liebe. Jetzt habe ich aber doch einen gebacken.
Was heißt perfekt? Ok, da gehört ja auch ein bisschen Glück dazu, mir wäre es lieber, sie hätte nach "Mein liebster Käsekuchen" gefragt, aber sei's drum. Für meine Zwecke perfekt, ja - perfektionistisch, nein! Durch die oben eingelegten Rhabarberstücke ist der Kuchen erwartungsgemäß in diesem Bereich eingerissen, perfekt sah er nur aus, als er in den Ofen kam. Aber mir egal :-)))

Ach ja, übrigens, ich enthalte mich der Diskussion, ob in einen Käsekuchen Puddingpulver darf, oder ob er nur mit Eiern gemacht sein muss, ob Gries hinein gehört oder nicht . . . Letztendlich entscheidet für mich einfach die persönliche Vorliebe und der Geschmack. :-)))

So, hier ist er also, "Mein perfekter (liebster) Käsekuchen":



Ich habe den sog. "Faule-Weiber-Kuchen", bei dem ein Großteil der Zutaten mit Tassen-Maß abgemessen wird, für meine Zwecke abgewandelt. Allerdings hat es mich schon immer genervt, dass einem dabei kein Mensch sagt, wie groß eine Tasse ist.
Schaut man auf der Maßtabelle von T*PP*R, gibt es kleine Tassen mit 100 und 250 ml, ein großer Unterschied! Welches Tassenmaß sollte ich also im Verhältnis zur Quarkmasse nehmen? Ich habe den Kuchen (mit Mandarinen) schon öfter gebacken und als Maß einen Henkelbecher verwendet und diesen nicht bis ganz oben hin voll gefüllt. Damit klappte der Kuchen immer prima.
Irgendwann wollte ich dann mal die Mengen ermitteln und bin so auf die Millilitermaße im Rezept gekommen: 1 Tasse als Maß für den Faule-Weiber-Kuchen kann mit 250 ml gleichgesetzt werden, der Kuchen wird fest genug, obwohl die Masse vor dem Backen sehr flüssig ist.

Zutaten für eine Springform Ø 28 cm!!!

(für eine Form mit Ø 24 cm reduzierst du die Mengen einfach um 1/3)

Mürbteig:
300 g Mehl
90 g Zucker
1 Prise Salz
1 Ei
190 g weiche Butter

Saisonbelag: 2 Stangen Rhabarber
+ 3 EL Semmelbrösel

Käsekuchenfüllung:
750 g Quark (ich hatte 500 g Magerquark, 250 g 40%igen Quark)
150 g Sauerrahm
170 g Zucker
2 EL Vanillezucker
1 Bio-Orange, Abrieb und Saft (alternativ: Zitronenschale und -saft)
3 Eier
60 g Stärkemehl (oder: 1 1/2 Pck. Puddingpulver Vanillegeschmack)
ca. 420 ml Milch (damit den Orangensaft auf insgesamt 550 ml auffüllen)
170 ml Sonnenblumenöl
1 Prise Salz

Und so geht's:

Fette die Springform gründlich, dabei den Boden besonders gut.

Schneide den Rhabarber in ca. 0,5 cm dicke Stücke, vorher entfernst Du nur die Blätter, die verdickten Stellen am unteren Ende und schadhafte Stellen von den Stielen, verwende die Stangen ruhig ungeschält.


Im Gegensatz zu der allgemein üblichen Empfehlung, Mürbeteig immer mit kalter Butter und kaltem Ei herzustellen, lasse ich das Ei und die Butter immer temperieren, dann lässt sich der Mürbeteig wunderbar und auch zügig verarbeiten. Ich hatte dabei noch nie ein Problem mit "Spindigkeit" oder Ähnlichem.
Aus den Zutaten formst Du rasch einen geschmeidigen Mürbeteig und verteilst ihn der gut gefetteten Springform. Dazu formst Du den Teig mit den Händen rundlich, gibst ihn in die Mitte der Form und drückst ihn mit den Fingern gleichmäßig nach außen in Richtung Springformrand. Drehe dabei die Form immer wieder leicht, so geht das ganz prima.


Schiebe dabei eine Teigwulst vor Dir her, aus dem Du dann, mit von oben an den Springform angesetzten Fingern, den Rand ausformst, dabei mit den Fingerspitzen in die Ecke zwischen Boden und Rand drücken. Achte darauf, dass nicht zu viel Teig in der Ecke verbleibt, sonst hast Du später so ein dickes Mürbteilstück zum Beißen. Ich drücke mit einem Messergriff noch einmal leicht in die Ecke, dann ist diese optimal geformt.
Ziehe den Rand wirklich 4,5 bis 5 cm hoch, sonst bringst du die Käsekuchen-Masse später nicht unter, es wird nämlich ein ziemlich hoher Kuchen !!!

Streue Semmelbrösel auf den Mürbeteigboden und verteile die Rhabarberstückchen darauf. Lege so viele Stückchen beiseite, wie viele Stücke der Käsekuchen später haben soll. Ich habe abwechselnd grüne und rote Stückchen zum Dekorieren verwendet.


Heize den Backofen jetzt auf 180 °C vor.

Nun verrührst Du für die Käsekuchenfüllung einfach in der Schüssel, in der Du vorher den Mürbteig hergestellt hast, alle Zutaten mit einem Schneebesen. Die Schüssel brauchst Du vorher nicht extra abzuspülen. (Wasche die Bio-Orange heiß, trockne sie ab, reibe die Schale ab und gebe sie zur Masse. Dann presst Du die Orange aus, fängst den Saft auf, füllst ihn mit Milch auf 550 ml auf und gibst ihn ebenfalls dazu). Alternativ geht natürlich auch Zitrone.


Jetzt füllst Du die (relativ flüssige!) Masse am besten mit Hilfe einer Schöpfkelle über die Rhabarberstücke, damit diese schön verteilt auf dem Boden liegen bleiben. Es wäre doch schade, wenn sie durch zu schwungvolles Hineingießen durcheinander gewirbelt würden, denn die Rhabarberstückchen sollen beim angeschnittenen Kuchen später auf dem Mürbeboden zu sehen sein.


Solltest du den Teigrand nicht hoch genug geformt haben, füllst Du die Käsekuchen-Masse nur bis knapp unterhalb des Teigrandes ein, gieße nicht darüber hinaus, sonst löst sich der Kuchen nicht so schön von der Form!

Lege die beiseite gelegten Rhabarberstücke als schlichte Verzierung vorsichtig oben auf die Masse. Keine Angst, sie "schwimmen" gut. Willst Du die Oberfläche wirklich perfekt haben, gibst Du eben keine Stückchen oben auf den Kuchen, sondern nur auf den Teigboden. Entscheide einfach selbst.


Nun bäckst Du den Kuchen im vorgeheizten Ofen bei 180 °C ca. 1 h 15 min. Lass ihn evtl. noch 10 min. im ausgeschalteten Herd. Der Kuchen ist fertig, wenn er gut goldgelb ist und sich beim Darauffassen einigermaßen fest anfühlt. Wenn Du ihn aus dem Ofen nimmst, könntest Du den Eindruck haben, er wäre noch nicht ganz fest, da er in der Form ein bisschen wackelt, wenn Du diese bewegst, das ist aber normal!

Gleich nach dem Backen ist der Käsekuchen ziemlich hoch, er fällt aber nach kurzer Standzeit ein bisschen zusammen.


Lass den Kuchen nun eine halbe Stunde in der Form abkühlen, bevor du den Springformrand mit einem Messer löst. Vor dem Anschneiden sollte der Kuchen weitere 2 Stunden abkühlen.

Na, sieht das nicht lecker aus?


Tipp: Statt Rhabarber zu verwenden, kann man den Kuchen natürlich pur, also ganz ohne Obst backen, oder aber durch anderes Obst ersetzen ( auch durch abgetropftes Obst aus der Dose, wie z. B. Mandarinen, dann kann man die Semmelbrösel weglassen). Diese habe ich beim Rhabarber-Käsekuchen nur verwendet, weil der Rhabarber ja roh ist und beim Backen evtl. zu viel Wasser auf den Teig lässt.

Ach ja, wenn Du am nächsten Tag ein Stück davon essen möchtest, und der Kuchen aus dem Kühlschrank kommt, vergiss nicht, ihn ein bisschen anzuwärmen (das geht prima in der Mikrowelle!), dann schmeckt er fast so lecker wie am 1. Tag. Käsekuchen schmeckt einfach am besten, wenn man ihn lauwarm genießt!

Kommentare:

  1. Barbara, da hast du mal wieder ein Ding rausgehauen. ;-) Der sieht super aus. Den muss ich unbedingt mal ausprobieren.

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    1. Danke, Benjamin! Raushauen klingt lustig, aber du weißt ja, wie viel Arbeit die Postings immer machen :-)

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  2. also ich finde der kuchen sieht perfekt aus! und dann auch noch mit rhabarber yummie!!

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  3. Huhu liebe Barbara, das ist also der berühmte Faule-Weiber-Kuchen! Der is genau mein Ding, wenn ich mir das Rezept so durchlese! Gefällt mir total gut.

    Ach und ob jetzt der perfekte, oder der liebste Käsekuchen ist ja fast das Gleiche *g* hauptsache es schmeckt! :)

    Vielen lieben Dank für Deinen tollen Beitrag zum Käsekuchenevent!

    Die Hüterin *g* Alice :)

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    1. Ach Alice, ich bin schon auf die Entscheidung gespannt. Wer sitzt denn in der Jury? Oder entscheidet das Los? Grins ;-)

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  4. Wunderschöne Fotos! Toller Kuchen. sieht lecker aus!

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    1. Danke, liebe Anna :-) Ich finde, wer perfekte Dinge sehen möchte, sollte mal in deinem Blog vorbeischauen :-)

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  5. Thank you for sharing this recipe. I don't think I had rhubarb cheese cake before.

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    1. Hello Marco Pasha,
      nice to meet you again in my blog. Have you meanwhile tried a rhubarb cheese cake? I will pass by in your blog to ask you directly :-)

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  6. Hallo,
    weil ich deinen Blog so gern lese und mich immer über neue Rezepte von dir freue, DANKE. http://livablelovable.blogspot.de/2012/06/blogaward.html

    Liebe Grüße,
    Vroni

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    1. Liebe Vroni,
      vielen Dank für den Award, ich fühle mich sehr geehrt. Vermutlich hast Du in der rechten Sidebar meines Blogs überlesen, dass ich nicht an Award-Spielchen teilnehmen möchte. Klar, ich habe auch noch nicht so viele feste Leser und freue mich über jeden neuen, aber letztlich ist es nur ein "Ich verlinke Dich - Du verlinkst mich" und vermutlich nicht einmal nachhaltig.
      Ich habe es bemerkt, dass Du meinen Blog in Deiner Blogroll verlinkt hast, das freut mich sehr. Nachdem ich festgestellt habe, dass ich es gar nicht schaffe, viele Blogs regelmäßig zu verfolgen, nehme ich mir immer erst ein bisschen Bedenkzeit, bevor ich neue verlinke. Bestimmt entgeht mir dadurch so einiges, aber ich schaffe es einfach nicht, es gibt ja auch noch ein reales Leben mit Arbeit, Familie und anderen Hobbies. Bestimmt weißt Du, was ich meine :-)
      Also, nimm es bitte nicht persönlich, ich verleihe Deinen Award nicht weiter, weil ich denke, eine Leserschaft muss von sich aus wachsen, und wenn es eben länger dauert, dann dauert es eben länger. Ich sage Dir das hier so ehrlich, damit Du meinen Award Deinem nächsten Favoriten weitergeben kannst, der sich darüber freut und begeistert mitmacht. Nichts desto trotz werde ich trotzdem gerne immer mal wieder bei Dir vorbeischauen!
      Ich wünsche Dir von Herzen viel Freude mit Deinem Blog und verbleibe mit ganz lieben blogger-kollegialen Grüßen
      Barbara :-)

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  7. Oh wie lecker!

    Wenn man die Augen schließt (und fest dran glaubt ;-)) kann man ihn sogar riechen *schnüffel*!

    Liebe Grüße,
    Dani

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    1. Oh, ich wäre auch dafür, es gäbe Geruchs-Fernsehen oder -Internet :-)

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  8. Danke für den Tip, dass der Kuchen noch wackelt. Habe eben einen Faule- Weiber- Kuchen gebacken und mich sehr gewundert, warum der so wackelt. Dachte echt, er wäre noch nicht durch. Jetzt bin ich beruhigt.

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    1. Ja, solche Hinweise sind echt wichtig, finde ich. Das vermisse ich manchmal in "normalen" Koch- oder Backbüchern :-)

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Schön, dass Du Zeit auf meinem Blog verbringst, Vielleicht kann Dich das eine oder andere Rezept zum Nachkochen animieren, über Deine Rückmeldung oder Deinen netten Kommentar freue ich mich sehr :-)))
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