Montag, 21. Mai 2012

Rhabarber-Streuselkuchen mit Hefeteig

Oh, ich wünschte, ich hätte gerade mehr Zeit, um meine Rezepte zu bloggen, irgendwie sollten die Tage eher 48 Stunden haben und nicht nur 24. Nun gut, man merkt einfach, dass es jetzt mehr Arbeit im Garten gibt.
Auch der Rhabarber schießt wie Unkraut aus dem Boden. Einiges davon habe ich bereits für die Vorratshaltung eingefroren, aber es wäre ja dumm, die frische Ware nicht auch direkt für einen Kuchen zu verwenden. So habe ich am Wochenende diesen superleckeren Rhabarberkuchen auf dem Blech gebacken. Der Boden ist aus Hefeteig und oben drauf kommen Streusel nach meinem persönlichen Lieblingsrezept.



Zutaten für 1 Backblech

Hefeteig:
350 g Mehl
1 Prise Salz
1/2 Würfel Hefe
1 großes Ei
40 g Zucker
60 g weiche Butter
ca. 140 - 150 ml lauwarme Milch


Rhabarberbelag:
900 g Rhabarber (wird ungeschält verarbeitet!!! gewogen nach dem Entfernen der Blätter und der unteren Verdickung)
200 g Zucker
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600 g Flüssigkeit (das ist die Flüssigkeit, die der Rhabarber mit dem Zucker zieht, diese mit Rotwein beim ungeschälten Rhabarber, mit Weißwein beim geschälten Rhabarber auf 600 ml auffüllen - bei Kindern mit Wasser oder Milch)
1,5 Päckchen Puddingpulver Vanille (ca. 60 g)

Streusel:
130 g brauner Zucker
150 g Mehl
150 g gemahlene Mandeln
etwas Zimt
120 g flüssige Butter


Als erstes wird der Rhabarber eingezuckert, damit er Saft für den Pudding ziehen kann. Um eine schöne rötlich Farbe zu erhalten, bleibt der Rhabarber ungeschält. Das geht gut, wenn er schön zart und nicht verholzt ist. Nur die Blätter und die verdickten unteren Teile der Stiele abschneiden und evtl. schadhafte Stellen mit einem Messer ausschneiden. (Wenn Du ihn lieber geschält verwendest, auch 900 g geputzt abwiegen, dann wird der Pudding eher grünlich)

Die Stangen in feine, ca. 3 - 4 mm dünne Stücke schneiden (hast du ihn geschält, kannst du größere Stücke machen) . . .


Ein Küchensieb auf eine passende Schüssel stellen, die Rhabarberstücke in das Sieb geben, zuckern . . .


. . .  und immer mal wieder vermischen, damit der Rhabarber Saft zieht, der dann in der unteren Schüssel aufgefangen wird. (Man kann den Rhabarber auch gut über Nacht Saft ziehen lassen, dann nicht in einem Sieb sondern direkt in einer verschließbaren Schüssel einzuckern und am nächsten Tag über einem Sieb abgießen und den Saft auffangen)

Hefeteig evtl. mit Dämpferl (Vorteig) zubereiten.Wie das geht kannst Du in meinem Blog >>> hier nachlesen.
Wer weniger Zeit hat, mischt die festen Zutaten in einer Rührschüssel, gibt die weiche Butter in Flöckchen dazu, bröckelt die Hefe in die (gerade mal) lauwarme Milch (nicht zu warm machen, sonst klappt der Hefeteig nicht!!!), löst sie durch Rühren auf und knetet alles zusammen zu einem geschmeidigen Hefeteig, der sich von der Schüssel lösen sollte. Lieber anfangs etwas weniger Milch nehmen und bei Bedarf noch zugeben. Sollte er zu weich geworden sein, noch mit etwas Mehl ausgleichen.
Den Teig ca. 1 Stunde gehen lassen, bis er sich deutlich vergrößert hat.


Dann noch einmal durchkneten, ausrollen und auf das gefettete, bemehlte Backblech legen, einen kleinen Rand ausformen.

Nun wird der Rhabarber-Pudding gekocht:
Die Abtropfflüssigkeit des gezuckerten Rhabarbers in einen Messbecher gießen, mit Rot- bzw. Weißwein (oder Wasser) auf 600 ml auffüllen.
Ca. 450 ml davon in einem Topf zum Kochen bringen, in den restlichen ca. 150 ml das Puddingpulver anrühren. Zucker brauchst du keinen mehr dazugeben, es ist genügend im Rhabarbersaft enthalten.
Wenn es kocht, den Topf kurz von der Platte nehmen, das angerührte Puddingpulver mit einem Schneebesen unterrühren, zurück auf die Platte stellen und unter Rühren zum Kochen bringen.
Jetzt die Rhabarber-Stückchen dazu geben, nun mit einem Kochlöffel umrühren, erneut kurz aufkochen lassen.

Den Rhabarber-Pudding noch warm auf dem ausgerollten Hefeteig verteilen.


Jetzt werden die Streusel hergestellt:
Die festen Zutaten miteinander in einer Rührschüssel vermischen und mit der flüssigen Butter zu Streuseln verarbeiten. Ich mache das gerne mit dem Rührhaken der Küchenmaschine, da ich gerne feinere Streusel mag.

Diese mit den Händen über dem Rhabarber-Belag zerbröseln.


Den Kuchen noch ca. 20 min gehen lassen. In der Zwischenzeit den Ofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze aufheizen.

Die Backzeit beträgt ca. 30 min, im unteren Drittel des Ofens. Der Hefeteig soll eine schöne goldbraune Farbe haben, die Unterseite des Kuchens ebenso.

Guten Appetit!


Tipp: Dieses Rezept ist sehr variabel, man kann das Obst jederzeit beliebig austauschen und als Flüssigkeit für den Pudding dazu passende Säfte verwenden.

Ach ja, kennst Du diese witzige Geschichte über die Rhabarberbarbara noch nicht? Die kannst Du Dir >>> hier anschauen.

Kommentare:

  1. Liebe Barbara,

    dein Kuchen ist was fü den nächsten Samstag, da bekomme ich wieder Rhabrababarab ;o)

    Drucker knattert ...

    BiBa Kerstin ,)

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  2. Wo nimmst du nur die Zeit her, während dem zubereiten deiner Leckereien noch so tolle Fotos zu machen? Faszinierend!!
    Ach so: Isch mag gar keine Rhabarber. ;-))

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  3. @ Kerstin:
    hihi, Rhabrababara ... gell, ist lustig! Viel Spaß beim Nachbacken :-)

    @ Werner:
    habe ich doch geschrieben, dass mein Tag viel zu kurz für alles ist, aber nein, im Ernst, ich brauche einfach doppelt so lang zum Backen wie eigentlich benötigt, und da ich gerne Schritt-für-Schritt-Rezepte bloggen möchte, brauche ich für jeden Post bestimmt 3 Stunden, bis alle Fotos gesichtet und bearbeitet sind, und wenn ich besonders gute gemacht habe, ist die Entscheidung soooo schwer ...
    äh, und du kannst den Rhabarber ja auch durch Äpfel ersetzen und die Flüssigkeit mit Apfelsaft auffüllen, oder mit Sauerkirschen aus dem Glas und den Saft dazu nehmen ... ungezählte Möglichkeiten :-)

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  4. Sieht sehr lecker aus, dein Kuchen!

    Nachdem dir die Masse bei meinem Rhabareberkuchen-Pudding Rezept ja etwas wenig war, sind also genau 1/3 mehr des Pudding/Obst Belages von meinem Rezept ideal für dich! Schön, dass du den Pudding-Belag so einfach für deinen Geschmack abwandeln konntest.

    Die Streusel lesen sich auch sehr fein. Das werde ich auch mal probieren!


    Ganz Liebe Grüße, Lotta
    von penneimtopf.blogspot.de

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    1. Liebe Lotta,
      bevor es hier falsch rüberkommt, möchte ich gerne folgendes klarstellen:
      Dein Rhabarberkuchen (http://penneimtopf.blogspot.de/2012/05/zum-muttertag-rhabarberkuchen-mit.html) hat mich schon inspiriert, aber für diesen Blogpost habe ich einen nach einem eigenen, handschriftlich in meinem Unterlagen vermerkten Rezept gebacken. Der ist von der Idee her ähnlich, aber du siehst doch deutliche Unterschiede, weshalb ich im Post-Text auch nicht auf Deinen verwiesen habe.
      Ich habe sogar um die Hälfte mehr Pudding-Belag verwendet als du, nicht nur 1/3, außerem den Rhabarber ungeschält in kleinen Stücken verwendet und den Pudding mit Rotwein gekocht nicht mit Milch.
      Außerdem habe ich für 1 Backblechlech mehr Hefeteig hergestellt und die Streusel sind mit Mandeln und flüssiger Butter, also auch anders als deiner.
      Ich hoffe, dass du es nicht als Rezeptklau empfindest. Dann würdest Du Dich nämlich sehr täuschen: Ich habe nämlich überhaupt kein Problem, auf andere Quellen zu verlinken, wenn ich ein Rezept konkret nachbacke. Das siehst du an mehreren Stellen in meinem Blog. Du weißt ja bestimmt, dass es kein Urheberrecht auf Rezepte gibt, lediglich das Recht auf das eigene Bild und auf 1 : 1 übernommene Textpassagen in größerem Ausmaß :-)

      Ganz liebe Grüße zurück und weiterhin auf nette blogger-kollegiale Kontakte
      Barbara :-)

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    2. Hey Barbara,

      um Gottes Willen, ich wollte dir doch keinen Rezeptklau unterstellen :-) Ich weiß ehrlichgesagt auch nicht genau, wo du das aus meinen Worten herausgelesen hast :-)

      Ich sehe natürlich, dass das Rezept einen ganz anderen Boden und Streusel hat und somit ein anderes, eigenes Rezept ist. Natürlich musstest du es daher auch nicht kenntlich machen. Ich kenne mich was die Urheberrechte angeht bestens aus ;)

      Habe nur den Belag leicht wiedererkannt, auf den ich selbstverständlich keinen Anspruch erhebe, da ich ihn ebenfalls bei Chefkoch gemopst hab und er hier ja dazu noch etwas verändert ist.

      Du hast also absolut nichts falsch gemacht und ich bedaure echt, dass mein nett gemeinter Kommentar bei dir diesen Anschein erweckt hat :-/


      Im Internet kommt ja leicht mal etwas falsch rüber, daher ganz ehrlich und lieb gemeint: mein Kommentar war in keinster Weise so gemeint, wie du ihn leider aufgefasst hast :-)

      Liebe Grüße, Lotta

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  5. oh, da fällt mir aber ein Stein vom Herzen, alles klar, habe dich wohl irgendwie missverstanden, danke für deine ausführliche Antwort, liebe Lotta :-)

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  6. Diesen leckeren Kuchen gab es am Wochenende bei uns. Ich hatte genau so eine Version im Kopf: Hefeteig, Rhabarber und Streusel. Doch dann bin ich durch Zufall auf deinen Blog und dieses Rezept gestoßen und fand den Pudding überzeugend. Habe aber nur den abgetropften Saft mit Wasser aufgegossen. Aus Mangel an Puddingpulver habe ich Rote Grütze Pulver genommen. Meine Streusel sind eher so klassisch groß, aber diesmal mit gemahlenen Haselnüssen. Es hat allen, auch den Kindern super geschmeckt.

    Ich finde deinen Blog ganz klasse! Ich stöbere mich mal so durch. Ich bin zwar keine Anfängerin im Kochen und Backen, aber deine Schritt-für-Schritt ANleitungen und Fotos sind sehr gut gemacht.

    Vielen Dank für die Inspirationen und viele Grüße aus Leipzig,

    Lydia

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    1. Es freut mich sehr, liebe Lydia, dass selbst Dir als alte Küchenhäsin mein Blog gefällt, danke Dir! Gute Idee mit dem Rote-Grütze-Pulver, dadurch kommt noch mehr Fruchtgeschmack in den "Pudding". Die Streuselgröße ist doch frei gestaltbar, Hauptsache, sie schmecken :-)
      Liebe Grüße nach Leipzig
      Barbara

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Schön, dass Du Zeit auf meinem Blog verbringst, Vielleicht kann Dich das eine oder andere Rezept zum Nachkochen animieren, über Deine Rückmeldung oder Deinen netten Kommentar freue ich mich sehr :-)))
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