Mittwoch, 24. April 2013

Vogelmiere im Salat - ein wirklich leckeres Wildgemüse

Meine Eltern würden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn ich sage, dass Vogelmiere (Stellaria media) eines der leckersten Wildkräuter oder Wildgemüse ist, das ich kenne und auch esse. Sie mühen sich wie verrückt ab, dieses fast nicht auszurottende "Unkraut" aus dem Garten zu verbannen, und wir geben dieses Kraut mit Vorliebe in den Salat. Dabei schmeckt es alleine, ohne weitere Zutaten, mit einem guten Dressing mariniert, schon wunderbar.
Die einen beschreiben den Geschmack als nussig, andere als den Geschmack von milchreifem Mais, also wenn der Mais noch glasige, helle, saftige Körner hat. Für mich trifft es die zweite Beschreibung mehr.

Bunter Salat mit Vogelmiere, Hähnchenbrust und Feta

Im Volksmund hat die Vogelmiere viele Namen, sie heißt auch Vogel-Sternmiere, Hühnerabbiss, Hühnerdarm, Kanarienvögelkraut, vermutlich, weil vor allem Hühner die Miere mit Vorliebe verspeisen.
Sie wächst polsterartig kriechen, bis sie irgendwann einen Grasteppich bildet und eigentlich ein guter Bodendecker wird. Die kleinen weißen Blütchen sind nicht sehr auffällig.


Ich ernte die Vogelmiere, am liebstem mit den Wurzeln, indem ich die Pflanze mit einem ausrangierten Schraubendreher aus dem Boden heble. Sie lässt sich so am besten waschen, weil sie die Stengel noch zusammenhängen. Man muss sie dann zwar mehrmals gut waschen, um sie von Erde und Sand zu befreien, ich finde es aber trotzdem so praktischer. Zuerst wasche ich sie grob mit dem Regenwasser aus der Wassertonne vor, danach noch 2 - 3 mal mit Leitungswasser. Selbstverständlich kannst Du auch nur einzelne Zweige ernten.


Solange das Kraut noch jünger und nicht verholzt ist, verwende ich es ganz, mit den feinen Wurzeln, ansonsten schneide ich die weicheren Triebe vom holzige Pflanzengrund mit einer Schere in den Salat.

Die Vogelmiere kannst Du auch in Suppen oder Kräuterquark verarbeiten. Die Inhaltstoffe des Krauts regen den Stoffwechsel an, sind vor allem für Frühjahrskuren ideal, sie wirken merklich bei Frühjahrsmüdigkeit. Sie sollen sogar bei rheumatischen Erkrankungen Linderung verschaffen.


Weitere Verwendungsmöglichkeiten:

Man kann die Blätter auch mit heißem Wasser übergießen, und nach 10 minütigen Ziehen auch als Tee trinken, er wirkt schleimlösend bei Husten oder Bronchitis oder erkaltet äußerlich bei Hautproblemen.  Zerquetschte frische Blätter als Breiauflage wirken gegen Juckreiz oder Ekzeme. Gegen diese Hautprobleme kann man auch eine >>>Salbe aus den Blättern herstellen (geht auch mit Olivenöl und Bienenwachs, wenn du Schweineschmalz nicht verwenden möchtest).



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Kommentare:

  1. Heute habe ich endlich meinen Streifzug mit sofortiger Wildkräutervernichtung gemacht. Interessant, dass der sonst so bittere Löwnzahn jung so süßlich schmeckt. Vogelmiere schmeckt mir aber lange nicht so gut wie Dir. mit viel Marinade vielleicht. Aber zum gleich in den Mund stecken - nur in geringen Dosen. Vogelmiere hat irgendwie so eine seltsame Konsistenz, die ich nicht ganz so mag. Vielleicht zuviele Mineralstofe, die ihr so einen sandigen Charakter geben. Aber vielleicht schmecken sie auch je nach Boden unterschiedlich. Ich werde sie jedenfalls mal im Salat tun und dann schauen was meine Lieben dazu sagen. :-)

    Liebe Grüße
    Anna

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    1. Gut dass es so viele verschiedene Kräutlein gibt, dann findet jeder seins, das einem persönlich sehr gut schmeckt. Das tut den gemeinsamen Interessen wirklich überhaupt keinen Abbruch, liebe Anna :-) Vereinzelt im Salat kommt sie dann vielleicht doch gut zur Geltung, auch wenn Du sie pur nicht so gerne magst.

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  2. Als Faulenzer streufe ich die Blättles mit dem Finger vom Stiel, geht schnell und die etwas gröberen Stielteile bleiben beim Weiterverarbeiten außen vor.

    Kann schon sein wie die Anna es beschreibt. Der Nuß- oder Milchmaisgeschmack kommt erst beim Kauen. Bei z.B. Kresse, die ähnlich im mechanischem Aufbau überlagern die ätherischen Öle das Kaugefühl. Das Hirn wird sofort abgelenkt...

    Und Vogelmiere ist GRATIS....das freut den Württemberger...... SMILE.

    Sonnige Grüße

    WN

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    1. Lieber Ape,
      so wie Du es beschreibst, ist es gut, wenn die Kresse bereits gewaschen ist. Sonst ist es eine Heidenarbeit, wenn man einzelne Blättchen aus dem Waschwasser fischen müsste ;-) Ja, der Geschmack kommt tatsächlich erst beim Kauen, dass die süßlichere Komponente aus der vorherrschenden leicht bitteren Note herausgearbeitet wird. Aber länger Kauen schadet ja nichts ;-) Schon wunderbar, wie reichlich uns die Natur mit "Un"kraut versorgt, und wie Du so schön sagst: GRATIS

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  3. Hi und Guten Morgen!

    Ahhh und ein verwundertes "ohhh"!
    Früher gab es Bildungsfernsehen, heute gibt es Bildungsmails, denn deine neuen Beiträge werden bei mir im virtuellen Briefkasten angezeigt.
    Echt? Vogelmiere kann man essen? Bei uns kriegt das nur der Wellensittich und der stürzt sich immer drauf, als hätte er tagelang nur Wasser geschlabbert.
    Ich werd` das heute Mittag im Selbstversuch probieren, denn bei mir soll es Salat geben. Vielleicht picke ich ja mit dem Vogel aus einer Schüssel... -hi, hi-
    Danke für`s Posten! Man lernt doch nie aus!!!

    Liebe Grüße und einen schönen Tag,
    Gaby

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    1. Aaah, schön, freut mich sehr, dass Du meine Postings sogar per Email abonniert hast. Und, hast du schon Vogelmiere geknabbert? Was dem Wellensittich schmeckt, dann für den Menschen nicht so schlecht sein, grins ;-)

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  4. Tja ... wenn mehr Leute wüssten wie gut das Grünzeugs schmeckt, würden ihnen die Augen über gehn, behalten wir es für uns, dann haben mir mehr ;O)
    In meinem Garten wuchert auch immer so einiges u. da bekomme Ich immer gesagt Du musst mal dein Unkraut jäten, wenn ich dann sage, ja morgen, dann kommts in den Salat schauen die komisch ... tja die wissen eben nicht was Gut ist. Ich hab ein ganz tolles neues Wildkräuterbuch, ach da sind so herrliche RZ drinnen da weis man garnicht wo man anfangen soll.

    LG Kerstin

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    1. Recht hast Du, liebe Kerstin, ich muss auch oft schmunzeln, wenn Leute, die sich nicht so gut auskennen manchmal eher entsetzt reagieren :-) Danke für Deinen Kommentar!

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  5. Herzlichen Dank, das werde ich definitiv testen. Als ich klein war, war mein Wellensittich immer ganz verrückt nach dem Kraut. :)

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    1. Mach mal und berichte gerne hier darüber, ich würde mich freuen :-)

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  6. Die Bandbreite des Wildkräutereinsatzes ist wahrlich riesig! Die Vogelmiere ist dabei nur eines von vielen kleinen (kostenlosen) Geschenken unserer Natur, die die meisten Menschen eher achtlos am Wegesrand übersehen. Danke für diesen Blogbeitrag, der das mal wieder in's Bewusstsein rückt.

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    1. Lieber Michael,
      ich bin auch immer wieder total überrascht, was uns die Natur einfach so "umsonst" vor die Füße legt, wenn man nur genauer hinsieht.

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  7. Unsere Wellensittiche waren auch immer ganz wild nach der Miere ;) Ich habe nur wenig davon im Garten, aber danke für den Tip, liebe Barbara, das probiere ich aus!

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    1. Liebe llewella,
      einfach nicht jäten, dann wird sie schnell mehr ;-) Viel Spaß beim Kosten!

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  8. Ich habe in diesem Jahr zum 1. Mal Vogelmiere verwendet. Soviel gibt es davon hier gar nicht...
    Einige Zweige haben wir uns direkt aufs Wurst- bzw. Käsebrötchen gepackt. Das Gro habe ich zusammen mit Knoblauchsrauke püriert. Da das etwas bitter war, habe ich zum grünen Spargel, den es dazu gab, etwas Löwenzahnsirup gegeben. Alles zusammen zum Finger lecken... :-) [http://www.multikulinarisch.es/833-spargel-gruen-gruen.html]

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    1. Liebe Peggy, vielen Danke für die Anregung, das kann ich mir wirklich "zum Finger lecken" vorstellen. Ich schau dann gleich mal bei Dir vorbei :-)

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Schön, dass Du Zeit auf meinem Blog verbringst, Vielleicht kann Dich das eine oder andere Rezept zum Nachkochen animieren, über Deine Rückmeldung oder Deinen netten Kommentar freue ich mich sehr :-)))
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